Gelungene Gestaltung – was heißt das heute?

 

Drei Fragen an Thomas Benseler,

Inhaber des »Büro Benseler Visuelle Kommunikation«

mit Sitz in Mering bei Augsburg

 

Der jüngste Online-Trend in der Kommunikation heißt „Mobile“. Gelten traditionelle Gestaltungsregeln eigentlich noch, wenn die Medien immer vielfältiger und kurzlebiger werden?

Wirkungsvolle Kommunikation fängt bei Zielen und Botschaften an. Daran hat die Diversifikation in den Kanälen nichts geändert, im Gegenteil. Wer nicht genau weiß, was er wie ausdrücken möchte, sondern stattdessen nur mit den Möglichkeiten eines gerade modischen Tools spielen will, kann nur zufällig etwas erreichen. Da war eigentlich schon immer so. Grundmuster in der Gestaltung, wie die Bedeutung von Typografie, von Farben oder von Symbolen, haben ebenfalls Bestand. Ihre Ausprägung muss man natürlich an die Eigenschaften und Gegebenheiten des jeweiligen Mediums anpassen. Das macht mehr Aufwand und erfordert auch mehr Know-how als in Zeiten, in denen es hauptsächlich auf gedruckte Kommunikationsmittel ankam.

 

Wie verändert die Digitalisierung die Anforderungen an eine vernünftige Corporate-Design-Strategie – ist die „große Linie“ überhaupt noch relevant?

An den großen Marken sieht man deutlich, dass das so ist. Um sich nicht in den Kanälen zu verzetteln, spielen Gestaltungskonstanten eine wichtige Rolle.Diejenigen, die die Kommunikation erreichen soll, brauchen heute mehr denn je klare Orientierung und Struktur. Wenn Kommunikationsmaßnahmen nicht mehr einem Adressaten zuzuordnen

 

sind, ist die Wirkung aus meiner Sicht fragwürdig. Auch hier gilt wieder: Man muss wissen, was man tut. Dann kann man im Einzelfall auch mal bewusst Regeln brechen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

 

Worauf sollten Auftraggeber besonderen Wert legen, wenn es um die Entwicklung oder Veränderung des Erscheinungsbilds geht?

Wie eingangs erwähnt: Man sollte bei klaren Zielsetzungen anfangen und sich diese mit ihren Konsequenzen bewusst machen. Kommt ein Gestalter ins Spiel, ist es wichtig, dass er die Rahmenbedingungen wirklich versteht.Deshalb sehen wir uns hier besonders in der Pflicht, einem möglichen Auftraggeber „auf den Zahn zu fühlen“, was manchmal unbequem, aber im Sinne der Sache meist sehr hilfreich ist. Dann sollten natürlich die Aufgabenstellung und das Know-how des Dienstleisters möglichst gut zusammen passen. Schwierig ist es, einerseits erst einmal unabhängig von der Detailumsetzung die Linie zu finden, dabei jedoch immer Kanäle und potentielle Anwendungsfälle schon „mit zu denken“. Auch das sehen wir in der Verantwortung eines überzeugenden Gestaltungspartners. Vorstellungen von Budget und Zeitrahmen  sollten schnell und klar abgestimmt sein. Und zu guter Letzt muss einfach die „Chemie“ stimmen. Eine produktive und langfristige Zusammenarbeit lebt meist nicht ausschließlich durch die fachlichen Seite, sondern durch ein Miteinander, das auch mal eine kritische Position verträgt.

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